ANWENDUNGSGRENZEN DES SPURBILDUNGSVERSUCHS

 
Dr.-Ing. Michael Schmalz
Institut Dr.-Ing. Gauer Ingenieurgesellschaft mbH
Gutenbergstraße 9, 93128 Regenstauf
Tel.: 096402 / 93 00-0, Fax: 09402 / 9300-220

 
Seit 1997 existieren in Deutschland die TP Asphalt-StB Teil: Spurbildungsversuch - Bestimmung der Spurrinnentiefe im Wasserbad. Danach wurde der Verformungswiderstand von Asphalten mit einem Stahlrad im Wasserbad geprüft. Eine Unterscheidung in "gut" und "schlecht" war möglich, eine weitergehende Auswertung der Prüfergebnisse jedoch nicht.
 
Die Ergebnisse der im Institut Dr.-Ing. Gauer bearbeiteten Forschungsarbeit FE 07.180/1997 EGB "Optimierung der Prüfbedingungen des Spurbildungsversuches" haben gezeigt, dass das Prüfverfahren der TP Apshalt-StB durch Modifikation der Prüfbedingungen verbessert werden kann, um eine genauere, verhaltensorientierte Beurteilung der Asphalte zu ermöglichen. Zwei wesentliche Empfehlungen dieser Arbeit waren der Ersatz des Stahlrades durch ein Gummirad und die Durchführung der Prüfungen im Luft-, statt Wasserbad.
 
Mit der Einführung der Europäischen Normen sind die Spurbildungsversuche nach der DIN EN 12697 Prüfverfahren für Heißasphalt, Teil 22: Spurbildungstest durchzuführen. Aus dem Katalog der dort enthaltenen Prüfverfahren wurde nach den vorliegenden Erfahrungen für Deutschland die Anwendung des Spurbildungsverfahrens B mit dem kleinen Gerät unter Benutzung eines vollgummibereiften Rades auf Felge aus Edelstahl und Temperierung im Luftbad (Small Device) festgelegt.
 
In einem weiteren Forschungsauftrag (FE 07.206/2004/EGB "Anwendungsgrenzen und Präzision des Spurbildungsversuches mit Vollgummirad für Walzasphalte") wurden die Bedingungen für den Spurbildungsversuch präzisiert und ergänzt. Die Ergebnisse flossen in die Bearbeitung der TP Asphalt-StB, Teil 22 ein, mit der die europäische Norm in das nationale Regelwerk umgesetzt wurde. Der Teil 22 der TP Asphalt wurde schließlich 2007 eingeführt.
 
Mit der Forschungsarbeit sollten zudem ein Bewertungshintergrund geschaffen und die Präzision des Verfahrens bestimmt werden. Die Ergebnisse des Ringversuches an 10 Prüfgeräten brachten die Erkenntnis, dass Plattenhergestellung und Prüfung offensichtlich noch nicht ausreichend genau beschrieben waren und vorhandene Spielräume bei der Probenkörperherstellung und während der Versuchsdurchführung zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
 
Zwar wurde bei allen Prüfstellen, bis auf zwei Ausnahmen, die gleiche Reihung der Ergebnisse ermittelt, in fünf von zehn Prüfstellen gelang jedoch eine größere Spreizung der Ergebnisse. Die Ermittlung der Verfahrenpräzision war nicht möglich.
 
Da die Gründe für die großen Spannen in verfahrens- und gerätebedingten Streuungen vermutet wurden, wurde ein weiterer Ringsversuch durchgeführt, allerdings unter Vorschaltung eines Geräte- und Verfahrensaudits mit dem Ziel, die beteiligten Prüfstellen auf eine einheitliche Probekörperherstellung und Versuchsdurchführung festzulegen.
 
Der Vortrag befasst sich mit den Erfahrungen des Gerädeaudits und den bisher vorliegenden Ergebnissen des zweiten Ringversuchs. Wesentliches Ergebnis ist, dass die aufgrund des Geräteaudits durchgeführten Verbesserungen und Justierungen zu einer erheblichen Verringerung der Streuungen der Ergebnisse geführt haben, so dass abschließend ein Vorschlag für die Präzision des Verfahrens, also die Wiederholbarkeit und die Vergleichbarkeit der Prüfmerkmale, vorgelegt werden kann.
 
Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Anwendung von Prüfverfahren, da im Zuge der performance-orientierten Definition von Anforderungen für Asphaltschichten die ermittelten Ergebnisse Eingang in Bauverträgen finden werden.